Erektile Dysfunktion (ED) – fachärztliche Darstellung

Die erektile Dysfunktion bezeichnet die anhaltende Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Häufig handelt es sich dabei nicht um ein isoliertes Sexualproblem, sondern um ein Symptom zugrunde liegender vaskulärer, metabolischer, hormoneller, iatrogener oder neurologischer Faktoren. Für die fachärztliche Beurteilung ist eine strukturierte Einordnung entscheidend, unter Berücksichtigung von Schweregrad, Dauer, situativer oder generalisierter Ausprägung sowie möglicher Begleiterkrankungen, Medikation und psychosexueller Einflüsse.

Erektile Dysfunktion (ED) – fachärztliche Darstellung

Die erektile Dysfunktion ist definiert als die persistierende Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. ED ist häufig kein isoliertes Sexualproblem, sondern ein Symptom zugrunde liegender vaskulärer, metabolischer, hormoneller, iatrogener oder neurologischer Faktoren. Klinisch relevant ist eine strukturierte Einordnung (Schweregrad, Dauer, situative vs. generalisierte ED, Begleiterkrankungen, Medikamentenanamnese, psychosexuelle Faktoren).

Epidemiologie der erektilen Dysfunktion in Deutschland

Populationsbasierte Daten aus Deutschland zeigen eine Prävalenz von etwa 19 % bei Männern zwischen 30 und 80 Jahren. Der Anteil mit tatsächlichem Behandlungsbedarf wird jedoch mit rund 6–7 % deutlich niedriger angegeben. Das liegt daran, dass nicht jede erektile Einschränkung von den Betroffenen als relevant oder therapiebedürftig empfunden wird.

Dr. med. Oleg Krivov
Facharzt für Urologie, Andrologie Medikamentöse Tumortherapie

Klinische Relevanz und Diagnostikprinzipien

Eine erektile Dysfunktion kann auch ein Hinweis auf eine endotheliale Dysfunktion und damit auf kardiometabolische Risiken sein. Entsprechend umfasst unsere urologische Abklärung in der Regel eine strukturierte Bewertung des kardiovaskulären und metabolischen Risikoprofils, die Einordnung hormoneller Aspekte (zum Beispiel Testosteron bei klinischem Verdacht) sowie eine Überprüfung der bestehenden Medikation. In ausgewählten Fällen sind ergänzende Untersuchungen wie eine Duplexsonografie oder ein nächtliches Erektionsmonitoring sinnvoll. Ebenso wichtig ist eine realistische Einschätzung der therapeutischen Möglichkeiten.

Leitlinienbasierte Therapie (Stufenkonzept)

  • Optimierung von Risikofaktoren/Lebensstil, Behandlung von Komorbiditäten
  • Pharmakotherapie (PDE-5-Inhibitoren) als Standardoption bei geeigneter Indikation
  • Lokale Verfahren (intrakavernöse Injektionstherapie, Vakuumhilfen)
  • Operative Verfahren bei Therapieversagen/Indikation (zum Beispiel Penisprothese)

Die Therapieentscheidung erfolgt immer individualisiert und richtet sich nach Ursache, Schweregrad, Komorbidität, Patientenziel und Sicherheitsprofil.

Individuelle Beratung vereinbaren

Erektionsstörungen können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig greifen mehrere Faktoren ineinander. Umso wichtiger ist eine sorgfältige und diskrete Abklärung. In unserer Praxis nehmen wir uns die nötige Zeit, um Ihre persönliche Situation genau zu verstehen, mögliche Auslöser zu erfassen und medizinisch korrekt einzuordnen.

Auf dieser Basis besprechen wir mit Ihnen, welche Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll sind und zu Ihrer individuellen Situation passen. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin. 

PRP bei ED – aktuelle Evidenz

PRP wird aktuell als ergänzender Therapieansatz in klinischen Studien untersucht. In einer placebokontrollierten Studie zeigte sich, dass 76 % der Patienten in der PRP-Gruppe eine klinisch relevante Verbesserung erreichten (MCID im IIEF-EF), gegenüber 18 % in der Placebogruppe bei einem Follow-up von einem Monat.

Auch Meta-Analysen berichten im Durchschnitt Verbesserungen im IIEF-EF von etwa +3 Punkten sowie Effekte über Zeiträume von bis zu sechs Monaten. Gleichzeitig weisen sie jedoch auf eine deutliche Heterogenität der Studien hin – insbesondere in Bezug auf Aufbereitung, Dosierung und Behandlungsprotokolle. Eine große Meta-Analyse (PLOS ONE 2024) mit über 1.300 Patienten konnte statistisch signifikante Effekte nachweisen, betont jedoch ebenfalls diese Unterschiede in den Studiendesigns.

Einordnung: PRP gehört derzeit nicht zu den leitlinienbasierten Standardtherapien der erektilen Dysfunktion. In ausgewählten Fällen kann es als ergänzende Option in Betracht gezogen werden – vorausgesetzt, die Indikation wird sorgfältig gestellt, die Aufklärung erfolgt transparent und die Erwartungen werden realistisch eingeordnet.

Emsella Stuhl: Beckenboden stärken ohne Operation

Blasenschwäche ist für viele ein Thema, über das nicht gerne gesprochen wird. Im Alltag führt sie jedoch zu deutlich spürbaren Einschränkungen.

Der Emsella-Stuhl bietet eine Möglichkeit, den Beckenboden zu stärken − ohne Operation und ohne aktives Training.

Die Anwendung ist einfach: Sie sitzen ganz normal auf dem Stuhl, während gezielte Impulse die Muskulatur ansprechen. Der Beckenboden arbeitet dabei automatisch mit. Sie selbst müssen nichts tun.

Ziel der Behandlung ist eine funktionelle Aktivierung und Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur. Ob und in welchem Ausmaß sich Beschwerden verbessern, hängt von der individuellen Ausgangssituation ab und wird im ärztlichen Gespräch eingeordnet.

Rechtlicher Hinweis / Off-Label-Use

Rechtlicher Hinweis gemäß deutschem Medizinrecht

Die auf dieser Seite beschriebenen Behandlungsverfahren – insbesondere die Anwendung von plättchenreichem Plasma (PRP) – erfolgen außerhalb des zugelassenen Anwendungsbereichs (sogenannter Off-Label-Use).

Das bedeutet: Diese Behandlungen sind nicht Bestandteil der regulären vertragsärztlichen Versorgung und werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Zudem entsprechen sie nicht den aktuell empfohlenen Standardtherapien der Urologie (z. B. gemäß den Leitlinien der European Association of Urology [EAU] oder der American Urological Association [AUA]).

Eine Anwendung kommt nur dann infrage, wenn Sie diese ausdrücklich wünschen und nach ärztlicher Einschätzung im individuellen Fall vertretbar ist. Voraussetzung ist eine umfassende Aufklärung, wie sie auch durch die Rechtsprechung – insbesondere des Bundesgerichtshofs (BGH) – gefordert wird.

Dazu gehört unter anderem:

  • der Hinweis auf den fehlenden Zulassungsstatus für die jeweilige Anwendung
  • die fehlende Empfehlung in medizinischen Leitlinien
  • der ergänzende bzw. noch nicht abschließend gesicherte Charakter der Behandlung
  • mögliche Behandlungsalternativen
  • bekannte sowie bislang nicht vollständig erforschte Risiken
  • sowie der Hinweis, dass kein bestimmter Behandlungserfolg zugesichert werden kann

Die Entscheidung treffen Sie auf Grundlage dieser Informationen eigenverantwortlich. Ihre Einwilligung erfolgt gemäß § 630d BGB. Bitte beachten Sie, dass die Ergebnisse individuell unterschiedlich ausfallen können.

FAQ – Erektile Dysfunktion

Erektionsstörungen sind weit verbreitet. Studien aus Deutschland zeigen, dass etwa 19 % der Männer zwischen 30 und 80 Jahren betroffen sind.

Dennoch ist eine ärztliche Einordnung entscheidend. Einzelne Schwankungen sind in der Regel unbedenklich. Von einer behandlungsbedürftigen erektilen Dysfunktion sprechen wir erst dann, wenn die Einschränkung über einen längeren Zeitraum besteht und für Sie mit einem spürbaren Leidensdruck oder einer Einschränkung im Alltag verbunden ist.

In unserer Praxis klären wir gemeinsam mit Ihnen, wie Ihre Beschwerden einzuordnen sind. Dabei berücksichtigen wir die Dauer, die Situation, mögliche Begleiterkrankungen und Ihren persönlichen Behandlungswunsch.

Mit zunehmendem Alter tritt die erektile Dysfunktion häufiger auf. Sie gehört deshalb aber nicht einfach „dazu“.

Oft stecken Durchblutungs- oder Stoffwechselprobleme dahinter. Gerade deshalb lohnt sich eine ärztliche Abklärung. Erektionsstörungen können ein Hinweis auf andere gesundheitliche Risiken sein, zum Beispiel im Herz-Kreislauf-Bereich. In unserer Praxis schauen wir uns das genau an und ordnen Ihre Beschwerden entsprechend ein.

Am Anfang steht immer ein ausführliches Gespräch. Wir schauen uns an, welche Medikamente Sie einnehmen, ob typische Risikofaktoren bestehen und welche Rolle  persönliche oder partnerschaftliche Aspekte spielen können.

Je nach Situation können ergänzend Blutwerte sinnvoll sein, zum Beispiel der Testosteronspiegel, sowie in einzelnen Fällen auch weiterführende Untersuchungen. Wir führen keine unnötigen Tests durch, sondern bieten Ihnen eine Diagnostik, die konkret zu Ihrer Situation passt.

Zu den leitlinienbasierten Standardtherapien gehören zunächst Maßnahmen zur Verbesserung von Lebensstil und Risikofaktoren. Ergänzend kommen medikamentöse Behandlungen wie PDE-5-Hemmer infrage. Je nach Situation können auch lokale Verfahren, zum Beispiel Injektionstherapien (SKAT) oder Vakuumpumpen, sinnvoll sein. In ausgewählten Fällen ist auch ein operatives Vorgehen, etwa mit einer Penisprothese, eine Option.

Welche Behandlung für Sie geeignet ist, hängt immer von der Ursache, der Wirksamkeit, der Verträglichkeit und Ihren persönlichen Bedürfnissen ab.

PRP wird in Studien als ergänzender Ansatz untersucht. Es existieren Daten zu messbaren Verbesserungen in Scores und klinisch relevanten Endpunkten, jedoch bei heterogenen Protokollen und begrenzten Langzeitdaten. PRP ersetzt keine Standardtherapie; eine Anwendung ist nur nach strenger Aufklärung und individueller Abwägung vertretbar.

Ob PRP dauerhaft wirkt, ist derzeit nicht eindeutig geklärt. Die bisherigen Studien zeigen zwar teilweise positive Effekte, lassen aber offen, wie lange diese anhalten.

Deshalb ist es wichtig, die Erwartungen realistisch zu halten. In unserer Praxis besprechen wir mit Ihnen, ob PRP in Ihrem Fall sinnvoll sein kann und welchen Nutzen Sie voraussichtlich erwarten können.

Was Patienten über uns sagen

Ihre Zweitmeinung bei erektiler Dysfunktion

Eine ärztliche Zweitmeinung kann bei erektiler Dysfunktion sinnvoll sein, wenn Sie unsicher sind, welche Behandlung für Sie infrage kommt. Wir prüfen Ihre Befunde sorgfältig, ordnen mögliche Ursachen ein und erklären Ihnen verständlich, welche Therapieoptionen bestehen. So können Sie in Ruhe entscheiden, welcher Weg für Sie passt. 

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